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27 Gramm Hoffnung

Idea Gedankenstrich

Sie fielen über mich her – 15 Ordnunghüter! Nein, keine Polizisten, sondern Bundesordner. Das Tablar hinter meinem Arbeitsplatz war unter der Last von 15 Ordnern kollabiert und diese donnerten auf meinen Rücken nieder. Als ich das Tablar vor 25 Jahren an dieser Gasbetonwand montiert hatte, schenkte ich der Empfehlung, Gasbetondübel zu verwenden, keine Beachtung. Normale tun’s doch auch, oder?

Doch im März hatten diese Dübel ausgedient. Nachdem ich die letzte Steuererklärung für meinen kürzlich 95-jährig verstorbenen Vater in einem Ordner abgelegt hatte, ca. 27 Gramm Papier, rissen die 6 Dübel aus der Wand und das Tablar neigte sich nach vorn. Die Ordner fielen runter, nur das Tablar hing noch an den Dübeln.

Es war kein Zuckerschlecken, die letzten Jahre, als ich für meine Eltern und zuletzt für meinen Vater das Administrative, Botengänge und vieles andere erledigen musste. Es zehrte, kostete Kraft, Hobbies darbten. Immer wieder kamen neue Anfragen, auszufüllende Formulare, was mir zusehends die Lebensfreude nahm.

Die eingeholte Hilfe bei meinen Geschwistern, war nicht die erwünschte Entlastung. Einzig die Hoffnung, dass Jesus meine Situation kennt und mir immer helfen wird, hielt mich noch in Gang, doch nicht frohen Mutes.

Der unbändige Wunsch nach Entlastung schien mit den 27 Gramm Papier, die ich nun ablegen konnte, in Erfüllung zu gehen. Dann das Getöse der Ordner und kurze Zeit später der Gedanke, das Flüstern:

„Stefan! Das waren nur 27 Gramm. Aber auch wenn 27 Tonnen Verantwortung auf dir gelastet haben: Ich habe dich immer getragen. Meine Dübel halten immer, wenn du mir vertraust!“

Inzwischen hängt das Tablar wieder – an Gasbetondübeln. Und die Lebensfreude kehrt zurück.

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