Website-Icon M(D)ein Leben ist ein Gedi.ch.t…

Was sage ich?

Adaption von „Wer bin ich?“ (Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung),
geschrieben von einem Introvertierten.

Was sage ich? Sie bemerken oft,
dass ich nicht viel spreche,
aber wenn, dann wohl überlegt und mutig,
wie ein David im Angesicht von Goliath.

Was sage ich? Sie bemerken oft,
ich kommuniziere klar und deutlich,
dass auch Gegner meine Argumente verstehen,
Kein Wischiwaschi, kein Klimbim,
reiner Wein in neuen Schläuchen.

Was sage ich? Sie bemerken auch,
dass trotz scheinbarer Schwermut,
Heiterkeit in meinem Geschriebenen ist,
von jemandem, der Zufriedenheit ausstrahlt.
Rede ich wirklich so, wie es andere von mir hören?
Oder rede und schreibe nur so, um Gefallen zu finden?

Verwirrt, sehnsüchtig, gefangen in meinem eigenen Denken,
hoffend auf Mehr, das beim Zustandekommen mich vielleicht erdrückt,
wissend um Millionen Dinge, die es noch zu bedenken gibt,
strebend nach besserer Erkenntnis und Verständnis meiner Selbst,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
verzweifelt über noch nicht erkannte, geschriebene Worte,
erschöpft, weil meine Schöpfungen mich fordern.
Mit dem seltenen Gedanken, alles hinzuschmeissen?

Was sage und schreibe ich? Das oder jenes?
Sage ich heute dieses und morgen etwas ganz anderes?
Kommuniziere ich ambivalent? Für dich so, für mich das Gegenteil?
Verliere ich dadurch die Achtung vor mir selbst?
Oder gleicht, was sich noch in mir entwickelt,
einer Müllhalde unnützer Gedanken und Aussagen?

Was  sage ich? Verwirrung breitet sich in mir aus!
Was ich auch sage und schreibe, Dein bin ich, oh Gott!

Stefan Wanzenried / 06.02.2024


Dieser Link verweist auf das originale Gedicht von Dietrich Bonhoeffer.

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