An einem gewöhnlichen Montag erhalte ich die Nachricht vom Förster: „In deinem Wald sind Fichten gebrochen. Kannst du sie zeitnah verräumen?“ Auf dem beigefügten Foto Sturmholz, das den Weg versperrt. „Oha, wenn nicht jetzt, wann dann?“ So mache ich kurz entschlossen Feierabend und stehe keine Stunde später in Holzervollmontur im Wald, bewaffnet mit zwei Kettensägen.
Ich bin nicht nur leidenschaftlicher Texter, sondern auch ein „Hölziger“, habe schon mehrere Holzerkurse besucht und sitze gerade jetzt, da ich diesen Text schreibe, vor dem beheiztem Cheminée mit selbst geholzter Eiche.
Wie gehe ich das nun an? Sturmholz ist nicht ganz ungefährlich. Bevor ich weitere Überlegungen mache, fällt mir auf, welcher Baum der Auslöser dieses Schlamassels war. Mein Sorgenbaum! Nach dem Waldkauf 2023, beim ersten Rundgang mit dem Förster, machte er mich auf diesen aufmerksam, der an der Wurzel krank war. Diesen könne ich auch fällen.
Ich machte mir seither oft Gedanken, wie ich diesen umlegen sollte, ohne dass der Baum meinen Holzverschlag zertrümmert. Das letzte Mal am Tag vor dem Sturm. Unterwegs beim Walken zermarterte ich mir den Kopf, ob ich Ernst fragen sollte, der zwar keine Ausbildung hat, dafür jahrzehntelange Erfahrung im Wald oder sollte ich es alleine wagen?
Schliesslich ertappte ich mich im Dialog mit Jesus und sagte halblaut vor mich her: „Eigentlich wäre es für dich ein kleines diesen Baum für mich sicher zu fällen. Wäre toll, wenn du das für mich erledigen könntest.“ Dachte ich und schmunzelte.
Und nun stehe ich vor dem gefällten Baum und staune. Keine 24 Stunden nach meinem Gemurmel ist der 30m-Riese gefallen und ich denke: „Jesus kann auch anders – von wegen Sturmstillung und so!“
Auch nachzulesen unter: Jesus kann auch anders : ideaschweiz.ch


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