Meine Titanic


Meine Titanic war mächtig,
die Erscheinung war so prächtig!
Doch der Kahn war äusserst träge,
Meine Wünsche, mein Gepräge!

Meine Titanic, der Dampfer,
ich am Steuer, doch als Krampfer,
ohne Freude und gehetzt.
Damit Freunde oft verletzt.

Meine Titanic, nur Schein,
wollt‘ viel mehr ein andrer sein,
dieser andre war nicht ich,
liess mich einfach so im Stich.

Meine Titanic schien schön,
nicht gemacht für’s Untergeh’n!
Scheinbar unsinkbar, doch dann
kam es anders irgendwann.

Meine Titanic, sie sank,
doch bevor ich ganz ertrank,
sah ich Rettung, sah ich Licht!
Hoffnungsschimmer im Gesicht!

Bankrott, geschockt lag ich am Strand,
da streckte nach mir aus die Hand
meines Freundes, der mich suchte
und für mich ein Ticket buchte.

Ein Ticket für ein kleines Boot,
ich nahm es an das Angebot,
das mich nun durchs Leben trägt
und mein Dasein weiter prägt.

Dieser Kahn ist nicht gigantisch,
nichts zum Prahlen für den Stammtisch
doch die Grösse ist mir recht,
akkurat und lebensecht.

Ich will meinen Kutter lenken,
diesen steuern, nicht versenken.
Auch wenn Sturm und Winde toben,
fremde Mächte mich erproben.

Auch im Wissen, da ist Einer,
der sich gerne annimmt meiner,
wenn ich nicht den Kurs einhalte
oder mein Gehirn ausschalte.

Immer ist er da für mich,
lässt mich einfach nicht im Stich,
Er, der mir mein Boot designte,
besser ist, als ich je meinte!

Stefan Wanzenried / 03.02.2018

(Begonnen im Dezember 2013)

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