Schwemmholz

Gepflanzt…
…an eimem Ort, nicht ausgesucht,
in einer Zeit, der jeder flucht!
Mit einer Bürde, die erdrückt,
mit niemandem, der unterstützt!

Gewachsen…
…in dürren Zeiten, ohne Ziel!
in eine Richtung, die missfiel!
Nur wenig Wasser, knapp genug!
Dein Leben war stets auf Entzug!

Getrieben…
…von Hoffnung nach Bedeutsamkeit,
mit Dünger der Entschiedenheit.
Es wächst sehr schnell ein junger Spross,
der kurze Zeit viel Gunst genoss!

Gebrochen…
…vom herben Sturm der Gegenwart,
es trifft ins Herz, er trifft Dich hart!
Was Du auch bautest, dir gelang,
es liegt in Schutt, dein Untergang!

Gefällt…
…von Meinung, Ansicht und Verstand,
die man in Deinem Umfeld fand.
Dein Halt ist weg, du siehst nur Hasser.
Du fällst mit voller Wucht ins Wasser.

Geflutet…
…im Fluss der Resignation,
es schlagen Wellen voller Hohn
in dein Erleben, welch ein Graus
und waschen Trost und Hoffnung aus!

Gestrandet…
…an einem Ort, dir unbekannt,
es scheint ein fernes, fremdes Land,
wo Du nun liegst, vor Schrecken starr.
Du wirst dir deiner Lage klar!

Verloren…
…liegst du in Gedanken nun am Strand
und alles, was dich ans Dasein band,
ist nicht mehr da! Ist einfach weg!
Und du liegst hoffnungslos im Dreck!

Doch plötzlich wird der Wert erkannt,
ergriffen wie von Künstlerhand,
verändert sich dein Umfeld wage,
erkennst du Sinn und Zweck der Lage.

Du lebst dein Dasein plötzlich munter,
du blühst nun auf und gehst nicht unter,
erlebst Zerbruch und auch dein Leid,
als Weg zu deiner Eigenheit.

Dein Leben ist dem Schwemmholz gleich,
obschon gebrochen oder bleich,
beraubt vermeintlicher Bestimmung,
wünsch ich Dir Hoffnung und Besinnung,
dass du erkennst, ganz ohne Druck:
Dein Leben ist wie’s ist – ein Schmuck!

Stefan Wanzenried, 08.08.2012

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