Himmelwärts

Wenn ich mit Worten überzeugte
und mich vor Ehrfurcht vor Dir beugte
und andre schätzten meine Sicht,
doch hätte wohl der Liebe nicht
dann stellt‘ ich fest, mit grossem Schmerz:
Mein Sein ist wie ein tönend‘ Erz!

Und könnte ich die Zukunft deuten,
mein Wort dem Nächsten Kraft bedeuten,
wär‘ meine Tat für andre Licht,
doch hätte wohl der Liebe nicht,
dann wär‘ die Einsicht – ohne Scherz:
Mein Tun klingt wie ein tönend‘ Erz!

Und wäre ich im Kreis von Lieben,
ganz aufmerksam und nicht getrieben,
und was ich sagte, hätt‘ Gewicht,
doch hätte wohl der Liebe nicht,
wär‘ nicht mein Streben himmelwärts:
Mein Wollen wär‘ ein tönend‘ Erz!

Drum will ich lieber heut‘ erfahren,
was mich bewegt in all den Jahren,
wie ich mein Herz zum Klingen bringe,
wie ich mein Herz ins Schwingen bringe,
was mir mein Herz heut‘ sagen will:
Schenk‘ Liebe und dann halte still!

Halt still, geniesse die Momente,
wenn Augen dann vor Freude glüh’n
Halt still, verpass‘ nicht das Ambiente,
wenn Sorgenfalten sich verzieh’n
Halt still, und freu‘ dich himmelwärts,
denn dann hast du ein klingend‘ Herz!

Stefan Wanzenried / 03.03.2013

inspiriert durch 1. Korinther 13 (Bibel)

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