Ohne Punkt und Komma

Ich zog den Zettel aus dem Reisighaufen und las ohne Punkt und Komma: „Lieber Wichtel herzlich willkommen in unserem Haus ich hoffe es gefällt dir und noch schöne Zeit bis zum nächsten mall wir würden uns über Pokemon freuen oder über Süsses liebe Grüsse Thorin Arvid Danke!“ Und ein Strichmännchen mit Smiley komplettierte die Botschaft.

Ich war wieder mal auf der Alp in der Nähe von Simplondorf, wie schon die letzten 5 Jahre, und mir, als Geocacher, waren die Reisighaufen oberhalb der Hütte aufgefallen, könnte es darunter doch auch eine Dose der modernen Schatzsuche haben. Aber erst, als ich einen solchen Reisighaufen an einer Baumwurzel untersuchte, entdeckte ich diesen Zettel. Die Botschaft zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht. Ich fragte mich, wer denn diese beiden Wichtelkinder sind. Die Vermieterin klärte mich auf. Es waren die Kinder der Vormieter, die einfach so auf meine Neugier gehofft haben. Gut gehofft!

Also das mit dem „in unserem Haus“ ist schon mal übertrieben – Pokemons werde ich wohl auch nicht verschenken. Aber für soviel Hoffnung kann ich nichts Saures, sondern nur Süsses liefern. Wenn dieser Text veröffentlicht wird, werde ich das Paket den Wichtelkindern wohl gesendet haben. Die Vermieterin hat mir die Adresse ausfindig gemacht und ich hätte gerne die Gesichter von Thorin und Arvid gesehen, wenn sie das Paket vom Wichtel erhalten! Von diesem alten Wichtel!

„Werdet wie die Kinder!“, sagt Jesus. Kühn bitten und hoffen! Glauben, dass das Erbetene Gehör findet und erfüllt wird. Thorin und Arvid wissen nicht, wie ihnen geschieht – aber ich weiss es!

Wie wäre es, wenn wir es ihnen gleichtun? Kühn bitten und hoffen, ja wissen, dass Jesus unsere Gebete erhört?

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