Morgenli.ch.t – Die langsamen Mühlen der Liebe

Noch trägt der Feigenbaum keine Blüten, und der Weinstock bringt keinen Ertrag, noch kann man keine Oliven ernten, und auf unseren Feldern wächst kein Getreide; noch fehlen Schafe und Ziegen auf den Weiden, und auch die Viehställe stehen leer. Und doch will ich jubeln, weil Gott mich rettet, der Herr selbst ist der Grund meiner Freude!
Habakuk 3:17-18

Gott ist nicht in Hetze. In der Natur sehen wir ein Abbild seines Zeitmanagements. Alles braucht seine Zeit, bis es sich entwickelt hat. Hier ist es nicht so, dass die schneebedeckten Bäume von heute schon morgen Blätter kriegen, übermorgen blühen und in drei Tagen die Fürchte geerntet werden können. Wenn wir heute im Laden frische Früchte und frisches Gemüse kaufen können, liegt es an den Treibhäusern und an dem Umstand, dass wir aus den Sommergebieten oder wärmeren Gegenden immer Früchte einschiffen oder herfliegen lassen können. 

Ich glaube, Gott möchte uns mit seiner Schöpfung aufzeigen wie das Leben im Grundsatz funktioniert. Es basiert auf Wachstum und Reife. Und zwar nicht nur körperlich. Vor allem liegt IHM die Entwicklung unserer Seele am Herzen. Er weiss wieviel Zeit und Pflege es für unsere Seelen braucht. Und so total unterschiedliche Früchte es auf diesem Planeten gibt, die verschiedenen Bedingungen ausgesetzt sein müssen und daher auch andere Pflege und Entwicklungszeiten haben, so unterschiedlich ist Gottes Pflege mit unseren erhofften Seelenfrüchten. 

Der Mensch ist meist in Hetze. Vieles muss sich immer schneller entwickeln, um produktiver und wirtschaftlicher zu sein. Sei dies in technischen Abläufen, im Ackerbau oder bei der Kindererziehung. Und manchmal, und ich befürchte immer häufiger, geht dabei die Liebe verloren. In der Hetze bleibt sie auf der Strecke. Denn die Liebe ist die Erfindung Gottes und so wie ER sich nicht hetzen lässt, lässt sich auch die Liebe nicht hetzen.

Wenn dich das Gefühl beschleicht, dass Gott dir einfach nicht schenkt, was du dir so sehr wünschst und erhoffst, du lieber die Zügel selber in die Hand nimmst und Gott nachhelfen und ihn hetzen willst, dann sei gewarnt: Es könnte sein, dass du die perfekten Früchte deines Lebens verpasst, weil du andere selber produzieren willst, die den „vorherbestimmten“ Früchten das Wasser rauben.

Gott „rettet“ dich zu seiner Zeit. Dann, wenn ER erkennt, dass du reif dafür bist.

***********

Morgenli.ch.t – Jeden Morgen schreibe ich mir ein paar Gedanken auf. Meistens dämmert es draussen und beim Lesen der Bibel dann auch in mir drin. Ich liebe es, wenn mir auf einmal ein Licht aufgeht, wenn ich Zusammenhänge in meinem Glauben und Leben erkenne. Gerne teile ich diese Gedanken jeden Sonn- und Feiertag. Und falls du sofort über neue Beiträge informiert sein möchtest….

Schließe dich 3.998 anderen Abonnenten an

4 Gedanken zu „Morgenli.ch.t – Die langsamen Mühlen der Liebe

  1. Lieber Stefan, vielen Dank für deine schönen Zeilen.
    Genieße das Licht, die Wärme und die Zeit in diesem verlangsamten Tagen. Bleib gesund.
    Sonnige Grüße Yvette

    1. Liebe Yvette, bitte gern beschehen. Ich hoffe, dir geht es auch weiterhin gut und Corona hält dich nicht in Schach. Werde in Zukunft vermehrt hier posten. Jeden Sonn- und Feiertag.
      Lieber Gruss Stefan

Kommentar hinterlassen? Danke!